SPD Lenzkirch-Schluchsee

 

Bürgerinformation zur Planung der B 31 West

Veröffentlicht in Kommunalpolitik

Im Hinblick auf die am 05. Oktober angesetzte Info-Veranstaltung des Regierungspräsidiums Freiburg lud die BUND Ortsgruppe Merdingen, der örtliche Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) und der Landesnaturschutzverband (LNV) am Donnerstag, 20. Oktober 2018 in den Merdinger Bürgersaal ein. Mit über 200 interessierten Bürgern war der Saal bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt. Die Veranstalter hatten auch ein spannendes Thema auf der Tagesordnung gesetzt: Die Auswirkungen einer möglichen „B 31 West“ auf der Gemarkung von Merdingen. In der Versammlung erläuterten die Experten aus den veranstaltenden Verbänden die Straßenplanungen und Konsequenzen für die Bewohner der Region sowie für Natur und Landschaft. Daraus entstand eine lebhafte Diskussion unter den Besuchern.

Martin Weber, BUND Ortsgruppe Merdingen, zeigte einleitend die neun Trassenvarianten auf. Diese werden aktuell durch das Regierungspräsidium Freiburg geprüft. Neben der bereits geprüften Nordvariante, welche sich um die Orte Wasenweiler und Ihringen bewegt, sind aktuell acht Trassenvarianten mit Verlauf südlich des Schachenwaldes im Gespräch: Südvariante 1, Südvariante 2, Hochspannungsvariante und die Tunibergvariante. Dabei treffen sich alle Südvarianten auf der Höhe des Merdinger Gewerbegebietes. Der Abstand zum Merdinger Sportplatz beträgt etwa 100 Meter. Die Tunibergvariante kommt als östlichste Variante etwa 600 Meter an das Wohngebiet heran.

Nach einer vorliegenden Verkehrsprognose soll die Bundesstraße 2030 eine Gesamtverkehrsbelastung von etwa 16.000 Fahrzeugen pro Tag aufweisen. Diese umfasst dabei nicht nur den Quell-Ziel-Verkehr, sondern auch europäischen Transitverkehr. Im gleichen Zuge geht die Verkehrsprognose von einer deutlichen Mehrbelastung im Löschgraben von etwa 2000 Fahrzeugen und einer verhältnismäßig geringen Entlastung der Langgasse in Höhe von circa 600 Fahrzeugen aus. Für den Löschgraben mit anliegender Schule und Kindergarten bedeutet dies eine Verdoppelung des Verkehrsaufkommens.

Der BUND Ortsverband rechnet aufgrund einer höheren Verkehrsbelastung mit einer verstärkten Lärm- und Schadstoffbelastung im Gemeindegebiet von Merdingen. Darüber hinaus werden unverbaute Landschaftsräume zerschnitten und versiegelt. Um einer hochrangigen Straße wie einer Bundesstraße gerecht zu werden, sind große Unterführungs- und Brückenbauwerke mit Auf- und Abfahrtsschleifen geplant. Auch werden Brücken für den Wildwechsel notwendig werden. Dies stellt einerseits einen unverhältnismäßig großen Flächen- und Bodenverlust für die Landwirtschaft dar, andererseits gehen großflächig wertvolle Biotope und Artenvielfalt verloren. Die Südvarianten wirken sich auf jeden Fall negativ auf die Merdinger Naherholung in der ortsnahen Feldflur aus.

Martin Weber forderte daher zu Beginn der Veranstaltung die Aufnahme der sogenannten Nullvariante in das derzeitige Planfeststellungsverfahren sowie den Ausbau und die Ertüchtigung des vorhandenen Straßennetzes, insbesondere der vorhandenen B 31 Bad Krozingen - Breisach Nur so würden die aktuellen und zukünftigen ökologischen Auswirkungen des gesamten Planungsvorhabens B 31 West und der folgenden Industrienansiedlungen berücksichtigt. Anstatt die Fortschreibung von Verkehrs- und Industriepolitik der letzten Jahrzehnte zu realisieren, dringt der BUND auf die Umsetzung nachhaltiger und ressourcenschonender Denkansätze.

Nach Wolfgang Selinger, Landwirt in Merdingen, stellen die B31-West Planungsvarianten auf Merdinger Gemarkung einen massiven Eingriff in die landwirtschaftlich genutzten Vorranggebiete dar. Flurbereinigte Flächen in konventioneller Bewirtschaftung und im Saatmais- und Sonderkulturenanbau (Erdbeeren und andere Kulturen) gingen bei Verwirklichung der Straße verloren. Seine Forderung: keine Bundesstraße über Merdinger Gemarkung.

Peter Lutz vom LNV stellte die Lebensräume und einige besondere Arten vor, die im Bereich der geplanten Straßentrassen vorkommen. Er kritisierte die Planungen, weil jede der Varianten zu einem ökologischen Kahlschlag in Biotopen und in bisher unverbaute Landschaftsräumen zwischen Kaiserstuhl und Tuniberg führen werde. Der LNV lehne daher die Straßenplanung entschieden ab.

Hermann Krafft, Vertreter des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), beleuchtete das Projekt B31 neu im verkehrspolitischen Kontext: Parallelinvestitionen würden gleich zweifach getätigt, einmal zur vorhandenen B31 zwischen Bad Krozingen und Breisach und zweitens zur Breisach-S-Bahn, die bis 2020 neu ausgebaut und elektrifiziert wird.

Krafft zeigte Verständnis dafür, dass die Bürgermeister kostenlose Ortsumfahrungen wollten. Völlig unverständlich ist für ihn jedoch, dass das Bundesverkehrsministerium gegen alle ökologischen Fakten aus örtlichen Umgehungen ein Bundesprojekt mit angeblich vordringlichem Bedarf mache.

Herr Lutz gab darüber hinaus zu Bedenken, dass der Verkehr auf der zentralen Achse, welche man durch den Bau der Bundesstraße zwischen Donaueschingen und Colmar anstrebt, auf französischer Seite nicht abgenommen wird. Die bei unseren Nachbarn verlaufende Nationalstraße wurde zu einer Landstraße heruntergestuft. Auch wies er darauf hin, dass wegen des starken Wildwechsels die geplante Bundesstraße und teilweise die Zufahrtsstraßen eingezäunt werden müssen.

Nach den Informationsbeiträgen entspann sich eine intensive Diskussion, in der sich die meisten Teilnehmer gegen eine Straßenplanung auf Merdinger Gemarkung aussprachen und Straßenplanungen in dieser Größenordnung in der Region in Frage stellten. Bürgermeister Martin Rupp argumentierte, dass die B31 West für die gesamte Region erforderlich sei. Seines Erachtens profitiere das örtliche Gewerbe durch eine bessere Anbindung. Die anwesenden Bürger befürchten jedoch starke Einbußen in der Lebensqualität und kritisierten den großen Flächenverbrauch. Darüber hinaus stellten sie grundsätzlich das Interesse der Merdinger Bürger an der B31 West in Frage. Auch Gündlinger Bürger fechten den Bau der B31 West an und ermutigten zur Gründung einer gemeinsamen Bürgerinitiative. Der Vorschlag fand großen Zuspruch.

Stephanie Reisenberger

 

Wichtige Terminankündigung: Bürgerinfo des Regierungspräsidiums zur B31 am Freitag, 5. Oktober 2018, 18:00 Uhr, Stadthalle Breisach (Jahnstraße 2).

 

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