Jennifer Sühr kritisiert Tarifflucht von Thalia und geht Verleger Manuel Herder CDU öffentlich an!

Veröffentlicht am 15.02.2021 in Aktuelles

Endlich mal inhaltliche Konflikte im Wahlkampf!

Eine Presseerklärung unserer Landtagskandidatin Jenny Sühr sorgte für die erste richtige Auseinandersetzung im Wahlkampf im Wahlkreis Freiburg 1. Und war für die BZ gleich Anlass für einen halbseitigen Bericht.

Deutschlands größter Buchhändler Thalia hat zum 1. Januar 2021 seine Mitgliedschaft im Handelsverband in eine „OT-Mitgliedschaft“ (Ohne Tarifbindung) verändert und ist damit nicht mehr an einen Tarifvertrag gebunden.

Wohin die Reise gehen soll hatte Thalia schon im September 2020 angedeutet, als den Thalia-Mitarbeiter*innen nahegelegt worden war, unbezahlte Überstunden zu leisten und diese faktische Gehaltskürzung mit Solidarität mit dem Unternehmen begründet wurde. Durch Ausgliederung einer Buchhandlung in Berlin wurde der Berliner Betriebsratschef Thomas Sielemann kaltgestellt, der vor zwei Jahren den ersten Versuch von Thalia, die Tarifbindung zu beenden, mit Unterstützung der Gewerkschaft Verdi verhindert hatte.

Seit Sommer 2016 hält der Verleger und CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis 46 Manuel Herder die Mehrheit an Deutschlands größtem Buchhändler Thalia. „Wo der Tarif galt, bleibt das bisherige Gehalt unverändert“, teilte eine Sprecherin von Thalia am 8.1.2021 gegenüber der Presse mit. Aber Erhöhungen der Tarifgehälter sollen in Zukunft nicht mehr automatisch umgesetzt werden. Stattdessen will Thalia die Höhe der Gehaltssteigerungen an den Unternehmenserfolg koppeln.

Unsere Kandidatin Jenny wundert sich, dass ausgerechnet der Kandidat der CDU, der Partei, die sich angeblich für die soziale Marktwirtschaft einsetzt und für die christliche Soziallehre steht, sich im eigenen Unternehmen der Tarifpartnerschaft und der sich daraus ergebenden Verantwortung für das Wohl der Mitarbeiter*innen entzieht. „Uns ist es wichtig, auf den hohen Wert der Tariftreue und deren politischer Bedeutung hinzuweisen.“, so Jennifer Sühr, 1.Vorsitzende der SPD-Dreisamtal und Landtagskandidatin im WK 46.

Katrin Distler, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmer*innenfragen der SPD Freiburg, meint dazu: „Wenn Unternehmen Tarifflucht begehen, bedeutet dies meistens, dass die Gehälter der Beschäftigten eingefroren und neue Mitarbeiter*innen zu schlechteren Bedingungen eingestellt werden. Und eine Bezahlung nach Unternehmenserfolg heißt nichts anderes, als dass es weniger Gehalt gibt, wenn der Erfolg ausbleibt. Da anscheinend noch nicht feststeht, wer anhand welcher Kriterien über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist zu befürchten, dass mit den Stichworten Kosteneffizienz und Flexibilität die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter*innen verschlechtert werden sollen.“

Der Vorsitzende der SPD Freiburg, Julien Bender, ergänzt: „Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie erwarten wir von einem traditionsreichen familiengeführten Unternehmen Rückhalt und Wertschätzung gegenüber seinen Mitarbeiter*innen. Dies gilt insbesondere auch für Unternehmer, die ein politisches Mandat anstreben.“

Herder, sichtlich angefressen von der Kritik, hatte in einer Onlinediskussion auf das Thema angesprochen geäußert, dass er Politisches und Privates trenne und deshalb auf eine entsprechende Frage nicht eingehen wolle. Dies, nachdem er in der selben Diskussion kurz vorher noch betonte, wie wichtig es sei, dass er seine unternehmerische Erfahrung in die Landespolitik einbringe.

Die Wirtschaft in Baden-Württemberg steht vor massiven strukturellen Veränderungen. Stichworte Automobilwirtschaft, Digitalisierung, Klimakatastrophe. Da sollten die Wähler schon wissen, wofür Kandidaten für den Landtag stehen.

Der CDU-Kandidat Herder steht für Abbau der Arbeitnehmerrechte durch Tarifflucht, Kaltstellen von Betriebsräten und Aufforderung zu „freiwilligen“ unbezahlten Überstunden.

Also Strukturwandel auf Kosten der Arbeitnehmer.

Jenny und die SPD stehen für Sozialpartnerschaft, Qualifizierung der Arbeitnehmer, Förderung von Start-Ups und arbeitnehmerfreundliche Umstrukturierungen von Unternehmen mit Absicherung der Einkommen der Arbeitnehmer.

Also Strukturwandel gemeinsam mit den Arbeitnehmern.

Das muss deutlich angesprochen werden. Die Wähler können sich entscheiden, welche Strategie sie für besser halten.

Bernd Engesser

Hier geht es zum Artikel der BZ
SPD-Landtagskandidatin kritisiert "Tarifflucht" von Thalia - Kreis Breisgau-Hochschwarzwald - Badische Zeitung (badische-zeitung.de)

 

Homepage Jennifer Sühr

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