SPD Lenzkirch-Schluchsee

 

Thesen und Anmerkungen zur B31 West

Veröffentlicht in Kommunalpolitik

Dr. Oswald Prucker

Ich möchte Aussagen und Argumente zur B31 West zusammentragen und neutral darstellen. Ich tue das, weil ich der Überzeugung bin, dass ein Kommunalpolitiker versuchen muss, sich in alle Sichtweisen der Bürger einzudenken. In diesem Fall also in die Sichtweisen und Argumente der Naturschützer und aller anderer, die die Straße ablehnen, und in die Befürworter, die den Spatenstich am liebsten morgen hätten und sei es auch einfach nur, weil sie gerne Auto fahren.

Ich schreibe das deshalb möglichst neutral zusammen, weil ich gesehen habe, dass diese Diskussion in einer für mich erschreckenden Emotionalität geführt wird. Der Austausch der Argumente wird sehr, sehr schnell sehr persönlich und beleidigend – sogar zwischen an sich befreundeten Menschen. Das ist nicht gut. Am Ende muss man sich entscheiden – dafür oder dagegen, es gibt keinen Kompromiss, der alle oder wenigstens die allermeisten zufriedenstellt.  

Ich bin persönlich nicht von dieser Straße betroffen. Ich leide nicht unter dem starken Verkehr zu den Hauptverkehrszeiten, weil ich im Wesentlichen mit Rad und ÖPNV unterwegs bin. Das bin ich sehr gerne und das möchte ich weiß Gott nicht ändern und zwar auch dann nicht, wenn alles ganz bequem mit dem Auto ginge. Lieber sitze ich im Bähnle und schreibe diesen Text, als dass ich in einer Blechkiste ein Lenkrad festhalte. Ich wohne auch nicht an einer der jetzigen Hauptstraßen und auch alle denkbaren und geplanten Südvarianten sind in einem Abstand zu meinem Wohnort, der erduldbar ist. Ich bin mir sicher: Auch weiterhin werden es sehr oft weiter nur der Spielplatz direkt neben dem Haus und die Rasenmäher & Co. in der Nachbarschaft sein, die den meisten Radau machen. Ein reines Luxusproblem, d.h. keines.

Meine Thesen und Argumente

  1. Es ist leicht gegen die B31 West zu sein, wenn man nicht an den Hauptstraßen in Ihringen und Wasenweiler wohnt.
  2. Die B31 West wird den Verkehr in Merdingen insgesamt weder signifikant verstärken noch verringern. Die Langgasse wird leicht entlastet und der Löschgraben leicht stärker belastet. Im Falle einer Südvariante haben wir aber jeden Tag rund 15.000 Autos mehr auf der Gemarkung. Das ist der Verkehr, der durch die Bundesstraße zusätzlich nach Merdingen kommt.
  3. Den meisten Menschen geht es nur um Ortsumfahrungen und nicht um den Fernstraßencharakter einer Bundesstraße.
  4. Die B31 West greift erheblich in die Natur ein und zwar völlig unabhängig von der Streckenführung. Entweder vernichtet sie das Ried entlang der Nordtrasse oder durchschneidet wichtige Fernwege des Wildes (und ja, es ist unglaublich wie weit die Viecher mitunter unterwegs sind). Das kann man nun noch im Detail vertiefen und zum Beispiel nach Arten aufgliedern – zum Verständnis nötig ist das nicht.
  5. Als Kommunalpolitiker sehe ich sehr wohl einen Vorteil in einer besseren Verkehrsanbindung unseres Dorfes. In Gottenheim und Umkirch hat sich massiv Gewerbe angesiedelt als klar wurde, dass die B31 gebaut wird. Das bringt Arbeitplätze und auf Dauer sehr gute Einnahmen über die Gewerbesteuer und den Anteil der Gemeinde an der Einkommenssteuer. Diese zusätzlichen Einnnahmen brauchen wir für unser Wachstum. Wachstum nicht im Sinne von mehr Einwohner: Wir sind sogenannte Eigenentwickler. Was aber schon wächst, das sind unsere Ansprüche. Die Schule geht in Richtung Ganztagesschule und die Betreuung im Kindergarten ist mittlerweile auch deutlich länger als noch vor gar nicht mal so vielen Jahren. Das erfordert massive Investitionen. Zwei Beispiele, andere gibt es auch noch. Wir schaffen das im Moment trotz guter Einnahmen nicht mehr wirklich und zehren von unseren Ersparnissen. Da ist jeder Kommunalpolitiker natürlich bemüht, neue Einnahmequellen zu erschließen.
  6. Es wird keine Ortsumfahrungen geben. Wenn die B31 nicht kommt, dann bleibt auf nicht absehbare Zeit alles so wie es jetzt ist.

So. Das sind meine sechs Thesen ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die sechs Punkte sind durchaus mit Absicht durcheinander. Man kann aus jedem einzelnen Argument eine klare Meinung ableiten. Dafür genauso, wie dagegen. Das muss jede*r einzelne für sich auch tun und darf diese Meinung dann auch selbstbewusst vertreten. Man muss aber auch die Gegenmeinung akzeptieren ohne, dass man dem Gegenüber Skrupellosigkeit, niedere Beweggründe oder auch nur Ahnungslosigkeit vorwirft. So hätte ich die Diskussion des Themas gerne.

Oswald Prucker

 

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