SPD Lenzkirch-Schluchsee

 

Mahnwache: Nie wieder Faschismus

Veröffentlicht in Kreisverband

Rund 80 Menschen kamen am letzten Freitag zum Ihringer Synagogenplatz und haben den 85sten Jahrestag der letzten freien Rede von Otto Wels im Reichstag zum Anlass genommen um gegen Rechts Stellung zu beziehen.

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

Das ist die berühmte Zeile aus der Wels-Rede an die auch Kreisvorsitzende Birte Könnecke in ihrer kurzen Ansprache erinnerte. Da war es dann aber auch schon zu spät und die große Katastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts war nicht mehr aufzuhalten. Könnecke zitierte an dieser Stelle Erich Kästner, der einst klarstellte, dass der Nationalsozialismus nur bis 1928 zu stoppen war. Es ist deshalb jetzt wichtig, gegen die aufkommende Gefahr von rechts zu kämpfen: „Die Frage ist nicht ‚Was tun?‘, sondern die Antwort ist ‚Was tun!‘“ so Könnecke.

Wie weit diese rechte Gefahr bereits fortgeschritten ist, zeigten Clara Heckmann und Oswald Prucker in einem „Quiz“. Wer hat‘s gesagt? AfD oder NSDAP? Sie lasen dreizehn Zitate vor und ließen die Besucher raten, aus welcher Zeit sie kommen. Das Ergebnis war erwartbar: Die Sprache der Zitate ist sich so ähnlich, dass es eigentlich zu jedem Zitat immer Stimmen für beide Richtungen gab. Sprache entlarvt und die Sprache dieser Zitate entlarvt Nazis. Neue und alte.

Wir haben die Zitatesammlung als Online-Quiz aufgearbeitet. Raten Sie mit! Hier geht‘s lang.

Die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle berichtete dann über die AfD-Fraktion im Landtag. Inhaltlich hat dieser Haufen nichts beizutragen. Es geht ihnen nur um Hetze und möglichst viel Radau. Ordnungsrufe werden ignoriert, Redezeiten maßlos überzogen. Von Lösungen ist nichts zu sehen. Sie wies aber auch darauf hin, dass das Ergebnis der AfD nichts neues ist. „Rechtsparteien fanden immer ihre Wähler. Es wurde rechts gewählt, wenn es ein Angebot gab. Früher waren das dann Republikaner und NPD. Heute ist es die AfD.“ Deshalb ist es nach ihrer Meinung wichtig, dass Demokraten Haltung zeigen.

Eingerahmt wurde die Mahnwache durch die Musik von Mike Schaefer, der eine passende Mischung deutscher und englischer Songs ausgesucht hat, die er zwischen die Wortbeiträge einstreute. Von „The times they are a-changing“ bis zum „Griechischen Wein“ ging es und bildete dann auch einen erfreulichen Kontrapunkt gegen die wenig appetitlichen braunen Inhalte, mit denen wir uns dieser Tage beschäftigen müssen. Dranbleiben ist gefordert.

Gehen wir auf die Straße!

Oswald Prucker

 

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