Ortsbausatzung, Erhaltungssatzung, Bebauungsplan - wird es nicht immer komplizierter?

Veröffentlicht am 24.07.2018 in Kommunalpolitik

Der alte Ortskern ist bautechnisch schwierig, denn man verheddert sich politisch recht schnell in einem Zielkonflikt: Einerseits wollen wir natürlich den historischen Kern so gut es geht erhalten, andererseits plagen uns die viele Leerstände und der hie und dort deutliche Verfall.

Aus Gesprächen wissen wir: Viele Hausbesitzer machen sich Sorgen, dass das Bauen im Kernort noch schwieriger wird, noch mehr Einschränkungen kommen und die Kosten steigen werden. Ich glaube, diese Sorgen können wir den Menschen nehmen. Die neuen Instrumente Erhaltungssatzung und Bebauungsplan machen es eher leichter.

Beginnen wir mit dem Bebauungsplan. Solche Pläne gibt es für alle anderen Baugebiete im Dorf und die legen ziemlich viel ziemlich genau fest. Es gibt Baufenster und Traufhöhen, Dachneigungen und so einiges mehr. Das gibt es im Ortskern nicht und das wird es in diesem Detail auch nicht geben, denn dafür ist der Kern zu unterschiedlich bebaut.

Was es im Wesentlich geben wird, ist eine Einschränkung, wie viele Wohneinheiten pro Fläche entstehen dürfen. Für diese Zahl werden derzeit verschiedene Modelle gerechnet. Das ist auch wichtig und richtig, denn sonst wird der Kern vielleicht dermaßen nachverdichtet, dass das Parkchaos vorprogrammiert ist. Eine mögliche weitere Einschränkung kann sich aus der Festlegung von Grünflächen in manchen hinteren Bereichen der oft schmalen und langen Grundstücke ergeben.

Tatsächlich aber bringt der Bebauungsplan eine entscheidende Erleichterung für alle, die ein altes Gebäude abreißen und durch ein neues ersetzen möchten. In diesem Fall galt bislang ein Mindestabstand zur Grundstücksgrenze von zweieinhalb Metern oder eine Baulast für den Nachbarn bei Grenzbebauung. Das gilt im Moment auch, wenn das abgerissene Haus Jahrhunderte lang auf der Grenze stand und auch gar nicht woanders hin passt. Mit dem Bebauungsplan entfällt diese recht sinnlose Einschränkung und das ist sehr gut.

Die Erhaltungssatzung ändert fast gar nichts. Sie besagt im Großen und Ganzen nur, dass die Gemeinde gefragt werden will, wenn eine Gebäude oder ein Ensemble abgerissen werden soll. Das ist dann nur möglich, wenn ortsbildkonform wiederbebaut wird. Ein guter Teil dieser Vorschriften ergeben sich aber schon aus dem Baugesetzbuch.

Bleibt die Ortsbausatzung. Ich würde mal schätzen, dass es genau die Vorschriften dieser Satzung sind, die sich oft preistreibend auswirken und so manchen Kompromiss erfordern, der modernen Wohnbedürfnissen entgegen läuft. Hier werden wir im Herbst tätig werden und die Satzung fortschreiben. Da geht es dann zum Beispiel um die Größe der Gauben und einiges mehr. Erleichterungen in diesem Bereich haben wir bereits im letzten Jahr gefordert und auch der Antrag der Freien Wähler ging ein Stück weit in diese Richtung. Es ist gut, dass sich nun da etwas bewegt.

Ich denke also, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir bringen mit diesen Änderungen nur sehr wenig Einschränkungen für einige wenige, erleichtern aber der großen Mehrzahl der Hausbesitzer im Ortskern die in der Tat schwierige Aufgabe, unser Dorf so hübsch zu halten, wie es ist.

Oswald Prucker

 

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